Saturday, November 11, 2006

Regionale Differenzen oder Warum niemand einfach nur ein Bewohner seines Bundeslandes ist!

Der Hohenloher Franke an sich!

Nach dem weiteren Kursbericht müssen noch einmal ein paar Worte über die Bewohner der Region Bad Mergentheim fallen: Wie wir feststellen mussten ist dies schon eine besondere Sorte der Gattung Homo erectus...zunächst zur regionalen Zugehörigkeit: Bad Mergentheim ist wie bereits gesagt Baden-Würtembergs größter Kurort, aber weit gefehlt wenn man denken würde die Einwohner würden sich als Badener, Würtemberger oder gar Baden-Würtemberger bezeichnen...nein, nein! Als erstes lernt man das man sich in Franken befindet ("Ah" denkt man bei sich, "schon mal gehört, Franken sind keine Bayern usw..."), aber um sich von den bösen bayerischen Franken die im Norden des besagten Bundeslandes ihr Dasein fristen müssen abzugrenzen handelt es sich logischerweise um die "Hohenloher Franken"...soweit noch alles klar? Da es sich hierbei jedoch um ein traditionelles Grenz- und Eroberungsgebiet handelt haben verschiedene Zeiten und Herrscher ganz eigene Eindrücke hinterlassen, so würde ein Weikersheimer oder Markelsheimer sich nie mit einem Mergentheimer assoziieren, Gott bewahre. Hierzu fällt mir nur das alte Zitat ein: "Ein Deutscher ist nie nur ein Deutscher, sondern wenn ein Berliner. Ein Berliner ist nie ein Berliner, sondern ein Kreuzberger. Ein Kreuzberger ist nie nur ein blabla, sondern wenn dann in seiner alternativen WG erster Vorsitzender der Sitzpinklerfraktion!" Wir sehen, alte Weisheiten enthalten viel Wahrheit!

Die Stadt Mergentheim hat außer dem Deutschordensschloß wenig zu bieten, die ganze Stadt hat einen verblühten Charme so dass ich am Bahnhof bei der Anreise schon dachte "Ich bin falsch umgestiegen, ich bin hier im Osten", siehe auch einen früheren Eintrag. Das Hotel Maritim (guckst Du http://www.maritim.de/typo3/deutsch/hotels/hotels/parkhotel-bad-mergentheim.html) war wohl mal das erste Haus am Platz, hat aber mittlerweile den Aspekt einer Prostituierten kurz vor der Altersteilzeit...Zeitreise in die späten 80er, Rauhputzwände, dicke goldene Handläufe...die Fotos geben nur die halbe Wahrheit wieder. Dafür war das Personal für Mergentheimer Verhältnisse (s.u.) tatsächlich recht nett und bemüht Wünsche zu erfüllen...was wohl auch daran lag das die meisten nicht von dort kamen.

Der gemeine Mergentheimer an sich ist mufflig, unfreundlich und ganz auf seinen persönlichen Gewinn fixiert. Nur als Beispiel: Eine Kollegin geht abends zum Griechen um sich noch etwas zu essen zu holen, gesagt, getan, das Essen kommt und auf die Frage "Kann ich noch ein bißchen Brot dazu haben" kommt die freundliche Antwort "Weißbrot haben die Leut zu Haus´!"...auf den Einwand das sie ja hier im Hotel wohnen würde machte sich besagter Primat grunzend auf die Suche nach Brot, welches dann tatsächlich 2,50€ extra kosten sollte...für vier Scheiben altes Weißbrot. Die Kollegin hat dann auf das Brot und den Drang verzichtet dem Primaten sein Essen über den Kopf zu kippen verzichtet. ..und dies ist nur ein Beispiel von vielen, Taxifahrer die während der Fahrt fernsehen und auf den -berechtigten-Einwand ob das denn gut sei antworten "Das mach ich immer so, sie können ja auf den Verkehr und die Ampeln achten" gehören auch dazu. Da gewinnt der Begriff "Servicewüste Deutschland" ganz neue Dimensionen. Die Originalzitate lassen sich leider nur auf Hochdeutsch wiedergeben da eine Umsetzung des lokalen Idioms (aka Grunzlaute) auf ein lateinisches Alphabet unmöglich ist...die Kollegin mit dem griechischen Essen, welche übrigens sauberstes Hochdeutsch (wenn auch in hoher Wortfrequenz) spricht ist in einem andern Laden übrigens gefragt worden welche Sprache sie sprechen würde...Satire life!

Fazit: die ganze Region bedarf einer thermonuklearen Sanierung, weniger bringt es einfach nicht...oder anders: Ich will da nie wieder hin!

1 Comments:

Blogger mj said...

Hier in Shanghai, China, gibt es in den Taxis Aufkleber, die klipp und klar sagen, dass man den Fahrpreis nicht zu bezahlen hat, wenn der Fahrer raucht, mit dem Mobiltelefon telefoniert, die Klimaanlage nicht einschaltet etc.
Genauso wird in Hong Kong, China, angedroht, dass der Fahrgast ausgesetzt werden darf, wenn er sich nicht anschnallt (den Fahrpreis bis zur 'Aussetzung' muss er allerdings bezahlen!). Zu beidem habe ich schon Grund gehabt, aber leider konnte ich das aufgrund der Kommunikationsprobleme nicht durchziehen. Dafür schalte ich jetzt immer selbst die Klimaanlage ein und setzt meinen Charles Bronson Blick auf, wenn der Taxifahrer mir eine Zigarette anbietet (dann darf er nämlich auch rauchen). Nur wie ich das mit dem Mobiltelefonieren verhindern kann, habe ich noch nicht raus...

6:36 AM  

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